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BraWoPark Braunschweig

Gedenkstätte KZ-Außenlager Schillstraße

Hintergrund

In der Nachbarschaft des BraWoParks befindet sich die Gedenkstätte KZ-Außenlager Schillstraße. Sie erinnert an ein Lager, das an diesem Ort von August 1944 bis März 1945 bestand. Etwa 800 zumeist jüdische Gefangene wurden in der Kriegsproduktion des LKW-Herstellers Büssing eingesetzt. Die Überlebenden wurden in Wöbbelin / Mecklenburg befreit.

Archäologische Grabung

Im Vorfeld der Planungen für die neuen Gebäude des BraWoParks stellte sich früh die Frage, ob im Boden noch Reste der ehemaligen KZ-Barracken vorhanden seien. Es stellte sich schwierig dar, deren ursprüngliche Standorte zu ermitteln, da keine exakten Pläne existieren. Schließlich war es möglich, durch Heranziehung aller verfügbaren Quellen, die Lage im Gelände zu rekonstruieren. Dabei wurde deutlich, dass weite Teile davon durch großflächige Planierungen um 1960 komplett zerstört worden waren. Weitere Bereiche waren dem Bau eines Parkhauses zum Opfer gefallen. In den verbleibenden Restflächen konnte dann inmitten flächigen Störungen und zwischen Leitungsschächten aller Art die damit beauftragte Grabungsfirma Arcontor geringe Reste von Streifenfundamenten freilegen und in akribischer Arbeit deren Entstehung in der Zeit um 1944 nachweisen. Diese Fundamente als letzte authentische Relikte des KZ-Außenlagers Schillstraße wurden gesichert und aus konservatorischen Gründen wieder verfüllt. Ihr Standort und Verlauf wird bei der zukünftigen Gestaltung des Geländes dargestellt werden.

Das Offene Archiv

Im Gebäude der Gedenkstätte befindet sich das Offene Archiv „Braunschweig – eine Stadt in Deutschland erinnert sich“, das die Hamburger Künstlerin Sigrid Sigurdsson initiiert hat: Bürgerinnen und Bürger Braunschweigs, Vereinigungen und Institutionen legten in dieser Sammlung Erinnerungen, Dokumente und Veröffentlichungen über die Zeit der NS-Diktatur nieder. Die bislang 112 Sammlungskassetten sind für Leser an drei Nachmittagen in der Woche zugänglich.

www.schillstrasse.de

Mahnende Worte an neuem Platz

Auf dem ehemaligen Gelände der Post AG erinnerte eine Leuchtschrift mit der Mahnung „Die Zukunft hat eine lange Vergangenheit“ an das KZ-Außenlager Schillstraße, das sich während der Nazi-Diktatur an dieser Stelle befunden hatte. Im Zuge des Baus des BraWoParks war der Schriftzug mit der rabbinischen Weisheit demontiert worden. Jetzt ist er nördlich des Business Centers II an einer eigens dafür errichteten Wand in neuer Form wieder angebracht worden – als Mahnmal gegen die Schrecken des Dritten Reichs.

"Die Zukunft hat eine lange Vergangenheit"

Geschichtsort

Regelmäßig finden in der Gedenkstätte Vorträge, Zeitzeugengespräche und Filmvorführungen statt. Sonderausstellungen machen mit unbekannten Themen der Regionalgeschichte bekannt. Für Gruppen können Führungen, für Schulklassen auch Projekttage zu den Themen „Zwangsarbeit“ und „Verfolgung der Juden“ vereinbart werden. Fragen Sie an!

gedenkstaette.schillstrasse@braunschweig.de